MARS-IP-Charta zur Nutzung künstlicher Intelligenz
Version 1.0 – Veröffentlichungsdatum: 01.01.2026
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Präambel und Ziele
Künstliche Intelligenz (KI) bietet eine große Chance, die Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Qualität der für Kunden erbrachten Dienstleistungen zu steigern.
Die Nutzung im vertraulichen Rahmen, wie er für das Verhältnis zwischen Mandant und Anwalt erforderlich ist, setzt jedoch die Einhaltung ethischer, rechtlicher und berufsständischer Grundsätze voraus.
Die Kanzlei MARS-IP verpflichtet sich, bei der Nutzung von KI-Tools den Schutz Ihrer Daten zu gewährleisten.
Diese Charta hat folgenden Zweck:
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einen klaren, transparenten und sicheren Rahmen für den Einsatz von KI innerhalb der Kanzlei festzulegen,
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die ethischen, rechtlichen und berufsständischen Grundsätze in Erinnerung zu rufen, die für alle verbindlich sind,
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alle Mitarbeiter für die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Datenschutz und den Umweltauswirkungen digitaler Tools zu sensibilisieren,
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die Nutzungsregeln, Verantwortlichkeiten und Governance-Modalitäten zu präzisieren.
Unsere Charta stützt sich auf die Empfehlungen des Rates der europäischen Anwaltskammern, des Kassationsgerichtshofs und des Weißbuchs zur künstlichen Intelligenz der Anwaltskammer von Paris.
2. Geltungsbereich
Diese Charta gilt für alle Rechtsanwälte und Referendare der Kanzlei MARS-IP, unabhängig von der Art ihres Arbeitsvertrags (unbefristeter Vertrag, befristeter Vertrag, duale Auszubildende, Praktikanten), sowie für externe Dienstleister, die an unserem Informationssystem arbeiten.
Sie umfasst die Nutzung aller KI-Tools und -Systeme, unabhängig davon, ob es sich um:
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Von der Kanzlei bereitgestellt und geprüft.
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Im Rahmen der beruflichen Nutzung öffentlich im Internet zugänglich (z. B. ChatGPT usw.).
3. Verwendungszweck
Wir nutzen künstliche Intelligenz insbesondere, um die Recherche zu erleichtern, Textentwürfe zu strukturieren, umfangreiche Dokumente zusammenzufassen oder unsere Rechtsbeobachtung zu verbessern. Sie ermöglicht es uns, die Effizienz bestimmter technischer Arbeitsschritte zu steigern. Sie ersetzt jedoch niemals unsere analytische Arbeit.
4. Ethische Leitprinzipien
Der Einsatz von KI in der Kanzlei basiert auf folgenden Grundsätzen:
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KI im Dienste der Fachkompetenz, nicht als Ersatz dafür: Künstliche Intelligenz (KI) wird ausschließlich zur Automatisierung nicht entscheidender Aufgaben eingesetzt. Sie ersetzt in keinem Fall menschliche Fachkompetenz. Die Auslegung des Rechts bleibt eine rein menschliche Kompetenz.
2. Systematische Überprüfung durch Menschen: Alle Informationen, Analysen oder Texte, die von einem KI-Tool stammen, werden systematisch von einem qualifizierten Fachmann gegengelesen und validiert. Die von der KI generierten rechtlichen Auslegungen werden streng geprüft.
3. Transparenz, Schulung und Sicherheit: Die EU-Verordnung über künstliche Intelligenz sieht ab August 2026 eine Informationspflicht hinsichtlich der Nutzung von KI-Systemen vor. Wir haben uns entschieden, dieser Anforderung vorzugreifen.
Die Kanzlei MARS-IP:
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Informiert seine Kunden, wenn im Rahmen eines Auftrags ein KI-Tool zum Einsatz kommt, insbesondere bei generativen oder automatisierten Lösungen.
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Verwendet ausschließlich Tools, deren allgemeine Nutzungsbedingungen im Vorfeld geprüft wurden, wobei kostenpflichtige Versionen bevorzugt werden, da diese einen besseren Datenschutz bieten.
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Schult alle Mitarbeiter im verantwortungsvollen und kontrollierten Umgang mit KI.
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Aktualisiert seine Tools regelmäßig, um deren Zuverlässigkeit und die Datensicherheit zu gewährleisten.
4. Datenschutz und DSGVO-Konformität:
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Es werden keine vertraulichen oder sensiblen Daten in ein KI-Tool eingespeist, ohne dass klare vertragliche Garantien hinsichtlich der Sicherheit und der Nichtweiterverwendung vorliegen.
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Die Daten werden systematisch anonymisiert.
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Die Kanzlei bevorzugt Lösungen, die in Europa gehostet werden oder den DSGVO-Standards entsprechen.
5. Erhöhte Wachsamkeit und Einhaltung des Urheberrechts:
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Die Kanzlei achtet besonders auf die Risiken von Fehlern oder „Halluzinationen“, die durch KI entstehen.
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Als auf geistiges Eigentum spezialisierte Kanzlei stellen wir sicher, dass jede Nutzung generativer KI das Urheberrecht achtet, insbesondere bei der Erstellung von Inhalten.
6. Deutsch-französische und europäische Dimension
Unsere Kanzlei ist in einer deutsch-französischen und europäischen Rechtskultur verankert. Auch wenn bestimmte Konzepte in den verschiedenen Rechtssystemen ähnlich erscheinen, unterscheiden sich ihre konkrete Anwendung, ihre wirtschaftlichen Auswirkungen und ihre Auslegung in der Rechtsprechung oft erheblich.
Tools der künstlichen Intelligenz erkennen diese kulturellen und systemischen Nuancen nicht immer. Deshalb passen wir die Analysen systematisch an den jeweiligen nationalen Kontext an. Übersetzen bedeutet nicht, zu übertragen. Vergleichen bedeutet nicht, zu vereinheitlichen.
5. Aktualisierungsprozess
Da sich die künstliche Intelligenz ständig weiterentwickelt, muss diese Charta entsprechend angepasst werden.
Sie wird mindestens einmal jährlich aktualisiert, gegebenenfalls auch öfter, wenn bedeutende technologische Fortschritte oder gesetzliche Änderungen dies erfordern.
6. Umweltfragen und digitale Genügsamkeit
Der Einsatz von KI-Tools hat konkrete ökologische Auswirkungen (hoher Energie- und Wasserverbrauch bei Abfragen und beim Trainieren der Modelle).
Die Kanzlei MARS-IP verpflichtet sich zu verantwortungsbewusstem Handeln:
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Sinnvoller Einsatz: KI nur dann einsetzen, wenn sie einen echten Mehrwert bietet.
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Optimierung der Abfragen: Begrenzen Sie die Anzahl unnötiger Interaktionen mit den Modellen.
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Bevorzugen Sie schlanke Lösungen: Setzen Sie nach Möglichkeit auf schlankere Modelle.
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Interne Sensibilisierung: Schulen Sie die Teams hinsichtlich der ökologischen Auswirkungen der Digitalisierung.
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Überwachung des ökologischen Fußabdrucks: Berücksichtigen Sie diesen Aspekt bei Entscheidungen über die Auswahl und Nutzung von Tools.
